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Eine kulinarische Stadtführung durch die Bonner Südstadt

Dezember 2, 2015 von Sarah Heuser - Keine Kommentare

Seit diesem Oktober bietet das Unternehmen eat-the-world GmbH kulinarische Stadtführungen durch die Bonner Südstadt an. Michèle und ich durften bei der Premiere dabei sein und uns einen Eindruck von der Veranstaltung verschaffen. Von nun an soll die Tour mehrmals im Monat stattfinden und sowohl Touristen, als auch Einheimische ansprechen.

Das Konzept von eat-the-world

Das Konzept von eat-the-world ist schnell erklärt: Die Gründerin Elke Freimuth bietet seit 2008 Stadtführungen durch Berlin an, um Besuchern und Bürgern einen neuen Einblick in die Stadt und deren kulinarisches Angebot zu bieten. Dabei liegt der Fokus auf Stadtvierteln, Geschäften und Gastronomie, die fernab von den üblichen Touristenpfaden liegen. Neben der eigentlichen Führung mit Informationen zur Geschichte und Architektur des Viertels, stehen mehrere kurze Pausen bei kleinen, regionalen
Betrieben auf dem Programm, bei denen man Kostproben von Speisen oder Getränken bekommt und ein wenig über die Inhaber und deren Produkte erfährt. Mittlerweile werden diese Führungen auch in vielen anderen deutschen Städten angeboten und seit neustem nun auch in Bonn.

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Die kulinarische Tour

Wir starten am Samstag Mittag vom Kaiserplatz aus. Mit 16 angemeldeten Teilnehmern ist bereits die erste Tour ausgebucht, das Konzept kommt also gut an. Dass die Gruppe keinesfalls größer sein sollte, merken wir aber auch schnell: Grade bei kleinen Geschäften haben wir das Problem, dass die Gruppe aus Platzmangel gar nicht eintreten darf und die Kostproben deshalb vor der Tür eingenommen werden müssen. Gut, dass das Wetter heute mitspielt, denn bei Regen oder Schneefall scheint uns diese Lösung nur wenig reizvoll.

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Nach einer kleinen Einleitung werden wir schnellen Schrittes zu den ersten Stationen geführt. Zwischendurch legen wir immer wieder kurze Pausen ein, um uns Informationen über die Gründung Bonns und die Vergangenheit des Gründerzeitviertels in der Südstadt anzuhören. Heute hat unsere Stadtführerin noch Karteikarten mit allen wichtigen Informationen dabei, denn auch für sie ist die Führung durch Bonn eine Premiere. Trotzdem kann sie uns flüssig ihre Texte vortragen und macht einen kompetenten Eindruck. Da ich selbst noch nicht lange in Bonn wohne, lerne ich tatsächlich viel dazu, aber mit kleinen Anekdoten und interessanten Details kann sie sicherlich auch Einheimischen noch etwas Neues erzählen. Heute sind allerdings auch viele Touristen in der Gruppe: Gleich mehrere ältere Damen aus Gütersloh verbringen das Wochenende in Bonn und haben für diese Städtereise auch die kulinarische Stadtführung gebucht. Und auch als Geschenk scheinen die Sightseeing Touren sich großer Beliebtheit zu erfreuen: Ein Herr ist zusammen mit mehreren Freunden angereist, da er die Tour zu seinem Geburtstag geschenkt bekommen hat.

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Unter anderem legen wir einen Stopp im Café Sahneweiß ein. Die Kellnerin serviert jedem Teilnehmer ein kleines Stück Schokoladenkuchen, verziert mit ein paar eingelegten Kirschen.
Bei der Bonner Oelmanufaktur dürfen wir anschließend das dort hergestellte, frische Leinöl auf einem Stück Kartoffel mit Kräuterquark probieren.
Nach zwei weiteren Lokalitäten verlassen wir dann schließlich die Südstadt in Richtung Poppelsdorf. Nach einer kurzen Erklärung zur Historie des Stadtteils dürfen wir auf der Clemens-August-Straße Sushi probieren.

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Die letzte Station an diesem Tag ist dann das Gesindehaus. Dort haben wir auch endlich die Zeit, zu unserer Probierportion Currywurst ein Getränk zu bestellen und die Tour in Ruhe ausklingen zu lassen. Nach 20 Minuten verabschiedet sich die Stadtführerin von der Gruppe und wünscht uns allen noch einen schönen Tag. Mit der Frage, ob auch die ortsunkundigen Teilnehmer wieder den relativ langen Weg zurück zum Ausgangspunkt finden, machen auch wir uns nach einiger Zeit ebenfalls auf den Heimweg.

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Fazit

Insgesamt dauert die Stadtführung durch Bonn etwa drei Stunden, in denen man mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegt und insgesamt sieben Kostproben versuchen darf. Auch wenn es durchaus interessant ist, neue Seiten der Stadt zu entdecken und dabei verschiedene Gastronomie-Betriebe kennenzulernen, habe ich das Gefühl, dass die Tour insgesamt noch verbessert werden könnte. Durch die sehr kurzen Stopps in Cafés und Geschäften ist die ganze Führung etwas hektisch. Oft treibt die Führerin uns an, schneller zu gehen, um rechtzeitig an der nächsten Station anzukommen. Wenn einzelne Gruppenmitglieder sich in den Geschäften noch Souvenirs kaufen möchten, fehlt dafür oft die Zeit. Sich zwischendurch ein Getränk zu bestellen, lohnt sich kaum, da wir nirgendwo länger als 15 Minuten Aufenthalt haben. Es ist daher sehr empfehlenswert, eine kleine Flasche Wasser zur Stadtführung mitzubringen. Eventuell ließe sich das ganze durch näher beieinander liegende Lokalitäten etwas entspannter gestalten. Vielleicht spielen sich diese Anfangsschwierigkeiten aber auch mit der Zeit von selbst ein. Trotzdem kann ich die Teilnahme an dieser Tour grade für neu hinzugezogene Bonner durchaus empfehlen. So lernt man die wunderschöne Südstadt ein bisschen besser kennen und bekommt zusätzlich noch ein paar schöne Anregungen, wo man gut einkaufen oder essen gehen kann.

Vielen Dank an Eat the world für die Einladung zu dieser kulinarischen Tour!

Und noch ein Tipp – in Essen gibbet so ne Tour auch ;-) Juli von Heimatpotential hat das für Euch auch getestet!


Bild_HeuserSarah Larissa Heuser lebt seit 2014 in Bonn und genießt es, ihren neuen Wohnort zu erkunden. Seit 2009 arbeitet sie als freie Fotografin und beschäftigt sich hauptsächlich mit Porträtfotografie.

In Berlin hat sie außerdem als Bildredakteurin gearbeitet und sich viel mit Themen aus der Gastronomie und Kulturszene beschäftigt. Sie liebt traurige Filme, laute Konzerte und gutes Essen. Auf ihrer Internetseite www.tonlosekunst.de kann man sich ihre Arbeiten ansehen.