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Eine Fototour durch Bad Münstereifel

April 26, 2017 von Sarah Heuser - 1 Kommentar

Nachdem ich im letzten Jahr bereits mehrmals durch Rheinland-Pfalz gefahren bin, um mir interessante Ausflugsziele anzusehen, habe ich dieses Jahr die Gelegenheit bekommen, die direkte Nachbarschaft Bonns ein bisschen ausführlicher zu erkunden. In Kooperation mit dem vareo mache ich 2017 mehrere Tagesausflüge in der Region mit Bus und Bahn.

Die kleine Kurstadt Bad Münstereifel liegt im Kreis Euskirchen und ist von Bonn aus in einer guten Stunde mit der Bahn zu erreichen. An einem schönen Frühlingstag mache ich mich vormittags mit meiner Kamera auf den Weg dorthin. Meine Erwartungen sind ehrlich gesagt nicht allzu hoch, da ich bisher noch nicht viel über die Stadt gehört habe – außer, dass es dort seit ein paar Jahren ein sogenanntes „City Outlet“ gibt, für das viele Shopping-Begeisterte extra dort hin fahren. Die offizielle Internetseite der Stadt beschreibt Bad Münstereifel aber immerhin als „romantisches Städtchen mit malerischen Fachwerkhäusern“, das hört sich ja eigentlich ganz vielversprechend an.

Das praktische ist: Direkt am Bahnhof in Bad Münsteriefel gibt es eine kleine Touristen-Information. Dort decke ich mich erst einmal mit einem kostenlosen Stadtplan und ein paar Info-Broschüren ein. Es gibt neben vielen Rad- und Wanderwegen in der Region einen Rundweg entlang der Historischen Stadtmauer. Die nette Dame am Info-Schalter sagt mir, dass dieser in etwa einer Stunde zu schaffen ist. Klingt gut für den Anfang, also entschließe ich mich, erstmal eine Runde um die Stadt zu drehen.

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Ich betrete den Stadtkern durch das Werther Tor und lande direkt in der Fußgängerzone. Nach einem kurzen Gang entlang der Erft geht es dann über das Flüsschen links hoch zur Burg. Von hier aus hat man einen ersten guten Ausblick über die Stadt. Am Johannistor verlasse ich die Stadtseite und wandere ein Stück entlang an der Außenseite der Stadtmauer. Auch wenn es schön ruhig und grün ist hier draußen, wirkt der kleine Weg entlang der Mauer leider nicht sehr gepfelgt. Es liegt Müll am Wegesrand und ich fühle mich ein bisschen verloren, weshalb ich ganz froh bin, als ich nach wenigen Minuten das Orchheimer Tor auf der Südseite der Stadt erreiche.

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Hier gibt es nun zwei Varianten, den Rundweg fortzusetzen. Es gibt die Möglichkeit, weiter an der Außenseite der Stadtmauer entlang zu laufen und sich die Grünanlage anzusehen. Die Erft kreuzt hier auch wieder meinen Weg und plätschert unterhalb der Werkbrücke entlang. Am nächsten Stadttor – dem Heisterbacher Tor – beginnt der Kurgarten Wallgraben, der einen deutlich gepfelgteren Eindruck macht und sich über eine weite Strecke entlang der Mauer zieht.

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Man kann sich hier aber auch dazu entschließen, wieder auf die andere Seite der Stadtmauer zu gehen. Am Heisterbacher Tor beginnt nämlich auch der begehbare Wehrgang, von dem aus man wieder einen schönen Blick auf die Stadt hat. Ich entscheide mich für diese Variante und steige die Treppe zum Wehrgang hoch. Das ist mit Abstand die anstrengendste Phase des ganzen Rundgangs, insgesamt handelt es sich bei dem Stadtmauerrundweg aber um einen recht entspannten Spaziergang. Auf dem Pulverturm lege ich eine kleine Pause ein und genieße den Ausblick, dann geht es weiter entlang des Wehrgangs.

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Als ich das Ende des Wehrgangs erreiche, entschieße ich mich, schon hier den Rundweg nach cairca drei Vierteln der Gesamtstrecke zu verlassen und Richtung Innenstadt zu gehen. In wenigen Minuten erreiche ich die Marktstraße, an der das tolle alte Rathaus der Stadt steht. Auf der anderen Straßenseite befindet sich die Stiftskirche, die ebenfalls einen imposanten Eindruck macht. Durch die kleinen Gassen der Stadt schlendere ich zurück Richtung Erft. Hier sind die vielen Geschäfte und Cafés, die alle sehr auf die Touristen und Kurgäste ausgerichtet zu sein scheinen. Ich laufe einmal die Fußgängerzone entlang, überquere ein paar mal die Erft und mache ein paar Bilder von den schönen Fachwerkhäusern. Tatsächlich ist es hier sehr idyllisch und die viele Außengastronomie lädt zum Verweilen im Sonnenschein ein.

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In einer der Seitenstraßen befindet sich das Puppen- und Spielzeugmuseum, welches ich heute aber nicht besuche. Stattdessen gönne ich mir erstmal ein Crépe und einen Tee in einem der vielen Cafés in der Nähe. Danach drehe ich noch eine Runde durch ein paar Sträßchen, doch ziemlich bald bekomme ich das Gefühl schon alles gesehen zu haben. Der Stadtkern von Bad Münstereifel ist wirklich sehr klein, was einen nicht weiter verwundern sollte, wenn man ihn in einer Stunde zu Fuß umrunden kann. So gesehen kann ich es verstehen, dass die Stadt mit Hilfe der vielen Outlet-Stores entlang der Einkaufsstraße mehr Besucher anlocken und auch zum längeren Verweilen animieren möchte. Ich will heute allerdings nicht mehr shoppen gehen, und so mache ich mich am Nachmittag wieder auf den Heimweg.

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Insgesamt bin ich von Bad Münstereifel positiv überrascht und denke, dass man hier einen schönen und entspannten Tag verbringen kann. Mit einem kleinen Spielplatz an der Fußgängerzone, direkt daneben der Eisdiele und dem Spielzeugmuseum um die Ecke gibt es hier auch für Kinder etwas zu erleben. Wer neben der Bewegung und der Kultur auch noch dem Konsum frönen will, der ist hier für einen Tagesausflug ganz gut aufgehoben. Nach ein paar Stunden darf es für mich dann aber auch gerne wieder zurück in die Großstadt gehen.


004Sarah Larissa Heuser lebt seit 2014 in Bonn und genießt es, ihren Wohnort zu erkunden. Sie hat Design studiert und arbeitet seit 2009 als freiberufliche Fotografin. Hauptsächlich beschäftigt sie sich mit Event- und Portraitfotografie. Vor ihrem Umzug nach Bonn hat sie in Berlin außerdem als Bildredakteurin gearbeitet und sich viel mit Themen aus der Gastronomie und Kulturszene beschäftigt. Sarah liebt traurige Filme, laute Konzerte und gutes Essen. Auf ihrer Internetseite www.tonlosekunst.de kann man sich ihre Arbeiten ansehen.