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Zu Besuch in Bacharach

April 1, 2016 von Sarah Heuser - 2 Kommentare

Für den Rheinland-Pfalz-Takt darf ich in diesem Jahr mehrere Ausflüge nach Rheinland-Pfalz machen und darüber bei Bonn entdecken berichten. Da ich bisher noch nicht so oft bei unseren Nachbarn im Süden zu Besuch war, ist dies eine gute Gelegenheit, das Bundesland mal ein wenig besser kennenzulernen. Die einzige Bedingung: Die Ausflüge sollen mit dem ÖPNV zu machen sein – kein Problem, da ich eh kein Auto habe und ständig mit Bus und Bahn unterwegs bin!

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Auf geht’s nach Rheinland-Pfalz

Am Osterwochenende habe ich also die freie Zeit genutzt, um zusammen mit meinem Freund einen ersten Ausflug nach Rheinland-Pfalz zu machen. Ziel unserer Reise war das obere Mittelrheintal – genauer gesagt: Bacharach und Umgebung. Leider spielt am Ostersonntag das Wetter nicht ganz so gut mit, wie wir es uns erhofft hatten, und so starten wir vom Bonner Hauptbahnhof aus mit bewölktem Himmel und dem einen oder anderen Regenschauer. Im Laufe des Tages wird das Wetter aber dann glücklicherweise doch noch mal richtig schön und ich habe meine schwere Kamera nicht umsonst mitgeschleppt.

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Bacharach

Schon die Zugfahrt den Rhein entlang ist ein tolles Erlebnis: vorbei an Koblenz, an den vielen schönen Burgen und Schlössern entlang des Rheins und an der Loreley hat man ständig eine wunderschöne Aussicht. Vom Bahnhof in Bacharach läuft man in wenigen Minuten ins Ortszentrum. Dort erwarten uns viele schöne, alte Fachwerkhäuser und die Kirche St. Peter, auf die man besonders von oben aus den Weingärten einen sehr guten Blick hat. Durch die vielen kleinen Gässchen bahnen wir uns unseren Weg und erkunden so den Ort. Ganz versteckt liegen zum Teil die schönsten Ecken Bacharachs: Im Malerwinkel zum Beispiel plätschert der Münzbach unter mehreren kleinen Steinbrücken hinweg und auch der kleine Hof mit Brunnen auf der Rosenstraße macht einen sehr idyllischen Eindruck.

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Recht einfach findet man dagegen die beeindruckende Ruine der gotischen Wernerkapelle sowie die Burg Stahleck über der Stadt, die heute als Jugendherberge genutzt wird. Nach unserem Spaziergang durch die Stadt laufen wir noch ein Stück den Weinberg hinauf, auf dem auch der Postenturm steht. Zu dieser Jahreszeit ist der Turm zwar noch verschlossen, aber auch vom Berg aus hat man schon eine tolle Aussicht auf die Stadt und das dahinter liegende Rheintal. Nach einer Kaffeepause in einem der vielen Cafés laufen wir ein Stück auf der Stadtmauer, die direkt neben den Schienen der Bahn verläuft und machen uns dann zu Fuß auf den Weg zur Rheinfähre nach Kaub.

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Kaub

In wenigen Minuten ist man mit der Fähre auf die andere Rheinseite übergesetzt, auf dem Weg hat man noch mal einen tollen Blick auf die Burg Pfalzgrafenstein, die auf einer kleinen Insel mitten im Rhein steht. Natürlich kann man die Burg auch besichtigen und in Kaub gibt es ebenfalls mehrere Museen, die wir uns heute aber nicht mehr ansehen werden. Stattdessen laufen wir auch hier ein Stück den Berg hinauf, um einen Blick auf die “kleinste Stadt in Rheinland Pfalz” zu werfen und die letzten Sonnenstrahlen des Tages zu genießen. Am Abend machen wir uns dann vom Bahnhof in Kaub – dieses Mal also rechtsrheinisch – wieder auf den Weg Richtung Bonn.

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Besonders schön finde ich, dass die Tourismus-Saison zu dieser Jahreszeit noch nicht richtig begonnen hat und wir deshalb viele Sehenswürdigkeiten fast für uns alleine genießen durften. Im Sommer und zu den vielen Weinfesten in der Region geht es in den kleinen Städtchen am Rhein sicherlich nicht mehr so ruhig und idyllisch zu. Bacharach und das obere Mittelrheintal sind auf jeden Fall einen Besuch wert und dieses Jahr gibt es gleich mehrere gute Gründe, unseren Nachbarn mal einen Besuch abzustatten.

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Veranstaltungstipp

Am 26. Juni findet zum Beispiel die “Tal to Tal” statt: an diesem Sonntag ist die B9 zwischen Bingen-Bingerbrück und Koblenz sowie die B42 von Lahnstein bis Rüdesheim für Autos gesperrt. Stattdessen können die Straßen an diesem Tag von Inlineskatern und Radfahrern genutzt werden. Auf insgesamt 120 km laden zahlreiche Raststationen und Veranstaltungen zum Verweilen ein.


004Sarah Larissa Heuser lebt seit 2014 in Bonn und genießt es, ihren neuen Wohnort zu erkunden. Seit 2009 arbeitet sie als freiberufliche Fotografin und beschäftigt sich hauptsächlich mitPorträtfotografie.

In Berlin hat sie außerdem als Bildredakteurin gearbeitet und sich viel mit Themen aus der Gastronomie und Kulturszene beschäftigt. Sie liebt traurige Filme, laute Konzerte und gutes Essen. Auf ihrer Internetseite www.tonlosekunst.de kann man sich ihre Arbeiten ansehen.